Rick Kavanian - Ipanema
02.02.2010 - 03.02.2010 20:00h
Es ist soweit: Rick Kavanian, der Star aus „Bullyparade", „Schuh des Manitu", „(T)raumschiff Surprise", „Mord ist mein Geschäft, Liebling" geht wieder auf Tournee. Nachdem er mit „Kosmopilot" bereits im Kom(m)ödchen begeisterte, freuen wir uns auf sein brandneues, zweites Bühnensolo. Und darum geht´s: Ipanema ist der Kultstrand in Rio, Catwalk der schönsten Frauen und somit der perfekte Schauplatz für Rick´s besten Freund Dimi, dort seinen 40. Geburtstag zu feiern. Rick will da natürlich nicht fehlen - er hat nur leider seinen Flieger nach Rio verpasst. Wird er es schaffen, noch rechtzeitig nach Ipanema zu kommen? Er lässt nichts unversucht, um dem Ehrentag noch beiwohnen zu können. Wo steckt nur der Giagl? Warum klingt der Typ von der Flughafendurchsage wie Jürgen Klinsmann? Und warum stehen die Klitschko-Brüder in Bundeswehruniformen vor einer Transall-Maschine?
Quelle/Bildnachweis: www.kommoedchen.de
Rezension
Geschrieben von:
Anne Heringhaus
Rick Kavanian ist zum zweiten Mal mit einem Soloprogramm unterwegs. Und irgendwie auch doch nicht; denn in seiner zweiten Show „Ipanema“ treffen viele altbekannte Figuren auf dem Weg ins brasilianische Paradies am Flughafen wieder aufeinander: Da sind seine Kumpels Dimi, der Grieche, und Girgl, der Rocker aus Bayern, die unter anderem auf Wladimir Klitschko auf der Reise treffen. Auch Rick Kavanian spielt sich selbst in der Rolle als „Rick“. Der Stimmenimitator zaubert aus dem Nichts alle möglichen Reisesituationen und deren Beteiligte auf die Bühne: Da ist die Stewardess in unverkennbar holländischem Akzent passend zur KLM Airline, die nervigen Durchsagen und Werbung, und der Flugkapitän, bei dem man nie weiß, ob man wirklich bei ihm gut aufgehoben ist – und immer wieder wird die Situation noch getoppt. Auch der „wirkliche Alltag“ vom web 2.0. mit Twitter, Google und Wikipedia bleibt nicht unerwähnt.
Doch trotz der Storyline, die schön verstrickt ist und bis in den letzten Punkt immer wieder pointiert, wirkt die Show leider so, als hätte Rick Kavanian sein erstes Solo-Bühnenprogramm. Von seinen, zwar sehr lustig persiflierten, Figuren der Bully Parade kann er sich nie ganz trennen, und vertraut dabei zu wenig auf neu etabliertes. Dabei sind es doch genau die Momente, in denen er sich komplett als Person vergisst, die wir im Kommödchen so geliebt haben, aber zu wenig geboten bekommen haben, um uns komplett darauf einzulassen: Arme wedelnd schwebt Rick in einer Szenerie durch das Weltall und gibt dabei eine bizarre Figur und eine noch bizarrere Situation ab. Auch das spanische Radio kann er perfekt nachmachen und erntet dafür reichlich Applaus. Doch Rick Kavanian traut den Reaktionen des Publikums zu wenig. Er, als Bühnenprofi, gibt vor, den Ablauf oder das Wedeln der Arme vergessen zu haben, als ob er nicht wüsste, wie er mit dem Respekt des Publikums für sein Eigenwerk umgehen sollte. In den Momenten vergisst er, dass er der Chef auf der Bühne ist; scheinbar, als ob ihm Bully Herbig, sein Partner aus der Bully Parade, als Konterpart fehlt und er sich wieder unter ordnen müsste. Er sucht in seinem Leitz-Ordner nach dem Bühnenprogramm-Ablauf, holt das Publikum immer wieder ab, indem er nachfragt, wo er dran wäre oder dass er nun die Rolle weitermachen müsste. Dabei hat er zweifelsfrei bewiesen, wie schnell er zwischen den Dialekten, Stimmhöhen und Rollen hin- und herswitchen kann. Erst als Rick Kavanian die Rollen wieder verlässt, und zwei besonders persönliche Anekdoten erzählt, weiß das Publikum doch, warum es da ist: Wegen Rick, denn, um Wladimir Klitschko zu zitieren: „Du bist ganz schön lustig.“ und, deine Oma wäre sehr stolz auf Dich!
Kommentar
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