Bei Merkels unterm Sofa
22.01.2010 20:00h
Simone Solga hat einen neuen Job. Sie ist das „Mädchen für alles" im Kanzleramt. Sie hält Merkel den Schirm übers Dekolleté, flüstert ihr Kosenamen für den Gatten ins Ohr, sorgt dafür, dass sie bei der Koalitionsrunde eine gute Figur macht und schiebt sie genau so sicher über internationales Parkett wie über deutsches Laminat. Doch wo viel Merkel ist, ist auch viel Schatten. Simone Solga hat besten Einblick in die Vorgänge der Bundesregierung und sieht, was im Kanzleramt unter den Teppich gekehrt wird und bei Merkels unterm Sofa liegt. Kanzler und Intimus, oder besser Kanzlerin und Intima. Solche Beziehungen wachsen wie hartes Holz. Jahresring für Jahresring. Und sollte der Baum gefällt werden, Simone Solga wird nicht arbeitslos. Es wird sicher einen neuen Kanzler geben, der ihre Hilfe braucht. Witzig, politisch, aktuell und frech zeigt Simone Solga ihr neues, mittlerweile viertes Kabarett-Programm. Werden Sie Zeuge, wie die bestgehüteten Geheimnisse deutscher Politik enthüllt werden!
Quelle/Bildnachweis: www.kommoedchen.de
Rezension
Geschrieben von:
Klara Schneider
Als Schattenkanzlerin oder auch Mund, Kopf, Arm und Hintern von Angela Merkel ist Simone Solga natürlich hautnah an allen Politikern dran. Das gibt ihr z.B. die Gelegenheit, dem Fußballtraining der Mannschaft des deutschen Bundestages beizuwohnen oder mit Schäuble Gespräche über die "Käselogik" des Schuldenmachens zu führen. Gleichzeitig hat sie aber auch ihre ganz eigene Theorie entwickelt, warum Lastwagenfahrer so langsam überholen und sie erklärt dem Publikum, warum sie so verrückt nach ihrem Handy ist. Eigentlich ist sie ja natürlich nur deswegen im Kommödchen, um die Leute auf den Besuch der Kanzlerin in einer Woche vorzubereiten und die Örtlichkeiten zu checken. Eine tragende Rolle darf dabei Peter aus Köln mit seinem Wohlstandsbauch übernehmen, den Simone kurz vor der Pause zum Kloinspektor ernennt.
Das einzige, was ich in dem ansonsten wirklich tollen, aktuellen und lustigen Programm manchmal vermisst habe, war der rote Faden. Der ging in der Vielfalt der Themen und Rollen teilweise etwas unter, was dank der Unmenge an Pointen aber nicht weiter gestört hat.
Kommentar
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